Darauf sollten Sie achten, wenn Sie sich eine Drohne kaufen wollen!

Das Angebot an Drohnen für den Privatgebrauch wird von Jahr zu Jahr größer und die Auswahl an verschiedenen Multicoptern nimmt immer mehr zu. Das ist einerseits erfreulich, andererseits stellt es den geneigten Käufer jedoch auch vor die Aufgabe, sich mit den unterschiedlichen Modellen auseinandersetzen zu müssen, um die für ihn passende Drohne zu finden.

Wir wollen Sie im Folgenden an die Hand nehmen und Ihnen einen Leitfaden zum Thema Drohne kaufen mitgeben. Welche Fragen sollte man sich vor dem Kauf stellen? Auf was sollte man bei der Ausstattung achten und muss es immer eine teure Drohne sein? Diese und weitere Fragen wollen wir beantworten und Ihnen so bei der Wahl Ihres ersten Multicopters helfen.

Drohnen kaufen – die verschiedenen Arten im Überblick

Zunächst einmal sollten Sie sich die Frage stellen, was Sie mit der Drohne anfangen wollen? Möchten Sie einfach nur etwas umherfliegen und die Steuerung einer Drohne erlernen? Oder möchten Sie auf jeden Fall auch Film- und Fotoaufnahmen anfertigen?

Für erste Flugversuche und das reine Flugerlebnis eignen sich günstige Mini-Drohnen bereits hervorragend. Einfache Mini-Quadrocopter sind bereits für unter 50 Euro erhältlich. Die kleinen Fluggeräte besitzen fast immer keine Kamera und sind auch generell eher spartanisch ausgestattet.

Für Foto- und Videoaufnahmen sollten Sie hingegen zu größeren Drohnen mit Kamera greifen. In diesem Segment der Drohnen für Fortgeschrittene gibt es die größte Auswahl und auch die größten Preisunterschiede. Auf was Sie beim Kauf einer Kameradrohne beachten sollten, erfahren Sie weiter unten auf dieser Seite.

Wir empfehlen Ihnen jedoch, zunächst mit einer günstigen Mini-Drohne die grundlegende Handhabung zu erlernen, bevor Sie mit einer Drohne für Fortgeschrittene starten. Auch wenn die Steuerung von Drohnen schnell zu erlernen ist, kann ein kurzer Moment des Kontrollverlusts schnell zum Verlust der teuren Drohne führen. Trainieren Sie daher zunächst mit einem günstigen Copter und legen Sie sich dann erst eine hochpreisige Drohne zu.

Mini-Drohnen – Vor- und Nachteile im Überblick

So findet man beispielsweise auch nur äußerst selten ein GPS-System in Mini-Drohnen, das bei größeren Modellen für die punktgenaue Positionierung und Stabilität im Schwebflug sorgt. Dafür eigenen sich Mini-Drohnen aber bestens für den Gebrauch in geschlossenen Räumen. Dies ist mit großen Drohnen nämlich nur eingeschränkt möglich. Einerseits schon aus dem einfachen Grund, dass sie oftmals zu groß für den Gebrauch in Haus oder Wohnung sind und andererseits lassen sich viele größere Copter gar nicht erst in überdachten Umgebungen starten, in denen kein GPS zur Verfügung steht. Zwar kann das GPS-Modul bei einigen Modellen ausgeschaltet werden, dies ist jedoch beileibe nicht immer der Fall.

Mini-Drohne mit Rotorschutz

Drohnen für Kinder – Sicherheit geht vor!

Wenn Sie auf der Suche nach einer Drohne für Kinder sind, gilt es vor allem darauf zu achten, dass die Drohne über Propellerschützer verfügt. Diese sind entweder fest verbaut oder können an- und abgebaut werden. Der Sinn des Rotorschutzes besteht im Schutz des Kindes sowie anderer umstehender Personen vor den sich schnell drehenden Propellern. Aufgrund der hohen Umdrehungsgeschwindigkeiten können die Luftschrauben durchaus gefährlich werden und zu ernsthaften Verletzungen führen. Ein Schutz um die Propeller verhindert dies.

Außerdem schützen die Plastikbügel nicht nur Menschen, sondern auch die Drohne selbst vor Beschädigungen bei Kollisionen mit Objekten. Auch wenn die meisten Drohnen relativ robust gebaut sind, können einzelne Propeller schnell einmal Schaden nehmen.

Des Weiteren sollten Sie Kindern möglichst nur kleine und leistungsschwache Multicopter zum Spielen überlassen. Größere Modelle sollten von Kindern unter 14 Jahren tunlichst nur unter Aufsicht eines Erwachsenen betrieben werden. Mini-Drohnen mit Propellerschutz sind daher die beste Wahl für Kinder unter 14 Jahren.

Drohne mit Propellerschutz

Drohnen mit Kamera – Fotos und Videos aus der Vogelperspektive

Wer mit seiner Drohne auf jeden Fall Fotos und oder Videos aufnehmen will, kommt an einer Drohne mit Kamera nicht vorbei. Wie bereits weiter oben erwähnt, gibt es in diesem Segment die größten Unterschiede in puncto Preis und Leistung zu beachten. Grundsätzlich gilt wie bei so vielen anderen Dingen auch: teuer ist meist auch besser – aber es gibt Ausnahmen.

Eines der wichtigsten Kriterien für eine gute Kameradrohne ist natürlich die Kamera selbst. Hier stehen HD-, Full HD-, 2K- und 4K-Kameras zur Auswahl. Fast noch wichtiger als die Kamera ist jedoch deren Aufhängung, der sogenannte Gimbal. Ein Gimbal sorgt dafür, dass die Eigenbewegungen der Drohne von der Kamera getrennt werden und so keine störenden Vibrationen auf die Drohnenkamera übertragen werden. Nur so gelingen wirklich gute Foto- und vor allem Videoaufnahmen.

Drohne mit Kamera

Für das bestmögliche Ergebnis sollten Sie nach einer Drohne mit mechanischem 3-Achsen-Gimbal Ausschau halten. Nur wenn alle drei Achsen der Kamera stabilisiert werden, gelingen komplett ruckelfreie Aufnahmen. Zar existieren mittlerweile auch mechanische 2-Achs-Gimbals, bei denen die dritte Achse zusätzlich elektronisch stabilisiert ist, allerdings komme diese Systeme noch immer nicht ganz an die Qualität von echten mechanischen 3-Achs-Gimbals heran.

Zusätzlich zu Kamera und Gimbal sind vor allem die maximal mögliche Reichweite sowie die erreichbare Flugdauer wichtige Kriterien beim Kauf einer Drohne mit Kamera. Je höher die Reichweite, desto besser ist im Allgemeinen auch die generelle Signalstärke des Funksignals zwischen Fernsteuerung und Drohne. Eine hohe Reichweite bedeutet daher auch stets eine stabilere Verbindung mit weniger oder gar keinen Abbrüchen der Verbindung.

Bei der Flugdauer sollten es unserer Ansicht nach mindestens 15 Minuten pro Akkuladung sein. Aktuelle Top-Modelle erreichen heutzutage bis zu 30 Minuten, allerdings sind solche Top-Drohnen auch nicht ganz günstig und kosten zusammen mit 4K-Kamera und Gimbal schon mal gut und gerne deutlich über 1000 Euro. Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben will, ist auch mit etwas günstigeren Drohnen gut beraten. Welche Modelle hier in Frage kommen, klären wir weiter unten im Text.

Eine sehr ausführliche Übersicht vieler Drohnen der unterschiedlichen Preisklassen haben wir auch dieser Drohnen Vergleichsseite gefunden, die auch die einzelnen Multicopter genauer beschreibt. Eine erste Übersicht verschiedener günstiger sowie hochklassiger Drohnen finden Sie im Folgenden aber auch bei uns.

Rechtliches zum Thema Drohnen

Wer sich eine Drohne kauft, sollte sich auch mit den geltenden Vorschriften und Gesetzen auseinandersetzen, bevor er oder sie das erste Mal abhebt. Bei Mini-Drohnen, die ausschließlich in der eigenen Wohnung genutzt werden, ist dies zwar meist vernachlässigbar, dennoch sollte jeder Drohnen-Pilot grundlegende Sicherheitsvorkehrungen kennen und beachten.

Allgemein gilt, dass man für die Steuerung jeder Drohne über eine Haftpflichtversicherung verfügen muss, die Flüge mit Multicoptern abdeckt. Informieren Sie sich daher bei Ihrer Versicherung, ob auch Ihre Police Drohnenflüge abdeckt. Falls nicht, schließen Sie einfach eine entsprechende Zusatzversicherung ab.

Seit der Einführung der neuen EU-Drohnenverordnung am 01.01.2021 ist es zudem Pflicht, sich als Pilot für Drohnen über 250 Gramm Abfluggewicht oder Drohnen mit Kamera online zu registrieren. Im Zuge der Registrierung erhält man eine sogenannte e-ID, die auf einer Plakette eingraviert werden und an der jeweiligen Drohne befestigt werden muss.

Zusätzlich zu Versicherung, Registrierung und Plakette müssen noch einige weitere Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden. Diese betreffen vor allem den Flug in der Nähe von Menschen sowie speziellen Gebäuden und Einrichtungen. Mittlerweile existieren europaweit diverse No-Fly-Zones, in denen die Nutzung von Drohnen nicht gestattet ist. Viele Hersteller teurerer Drohnen haben diese Zonen bereits in die Apps ihrer Drohnen einprogrammiert, sodass Sie keinerlei Gefahr laufen, Ihre Drohne ausversehen in einer No-Fly-Zone zu starten.

Muss es immer eine teure Drohne sein?

Die einfache Antwort lautet hier ganz klar: nein. Auch mit günstigen Multicoptern kann man viel Spaß haben. Es kommt halt mal wieder ganz auf die eigenen Ansprüche an. Wer mit einer Drohne wirklich professionell wirkende Fotos und Videos machen will, wird an einem Top-Modell schlicht nicht vorbeikommen. Dennoch gibt es auch im Preissegment um und unter 500 Euro einige gute Drohnen, die durchaus ordentliche Foto- und Videoaufnahmen ermöglichen.

Im Folgenden haben wir euch eine Auswahl an aktuellen Drohnen zusammengestellt, die gute Aufnahmequalitäten zu fairen Preisen bieten.

Gute und günstige Kameradrohnen

Auch wenn die Anzahl an unterschiedlichen Herstellern von Drohnen schier unendlich scheint, haben sich in den vergangenen Jahren doch einige wenige Unternehmen herauskristallisiert, die gute Qualität zu relativ günstigen Preisen liefern.

So bietet beispielsweise die Firma Hubsan mit den Modellen Zino 2, Zino Pro und H501S X4 gleich drei Quadrocopter um die bzw. unter 500 Euro an, die sowohl durch Kameraqualität als auch Flugzeit und Reichweite überzeugen.

Der ansonsten vor allem aus dem Smartphone-Bereich bekannte chinesische Hersteller Xiaomi fertigt bereits seit mehreren Jahren auch Multicopter für den Privatgebrauch. Zu nennen sind hier vor allem die FIMI A3 sowie die FIMI X8SE. Beide Quadrocopter überzeugen durch gute Material- und Verarbeitungsqualität und besitzen hochauflösende Kameras sowie mechanische Gimbal-Systeme.

Ein besonders breites Spektrum an verschiedenen Quadrocoptern findet man beim Unternehmen Holy Stone, das sich auf Drohnen im unteren bis mittleren Preissegment spezialisiert hat. Die HS-Modellreihe umfasst mittlerweile über zehn unterschiedliche Copter. Das aktuelle Flaggschiff ist die Holy Stone HS720E, eine 4K-Kameradrohne mit mechanischem 2-Achs-Gimbal. Die dritte Achse der Kamera ist zudem elektronisch stabilisiert.

Ein weiterer Hersteller mit vergleichbarer Qualität und Drohnen zu ähnlichen Preisen ist Eachine. Mit den Modellen EX3, EX5, E520S, E511S und E58 stehen fünf aktuelle Drohnen um die 300 Euro zur Auswahl, die allesamt eine gute Figur abgeben.

Auch das Unternehmen Snaptain macht seit einiger Zeit mit gut ausgestatteten Drohnen zu kleinen Preisen auf sich aufmerksam. Die einzelnen Quadrocopter sind bereits für jeweils unter 300 Euro erhältlich.

Die aktuell besten Drohnen mit Kamera

Auch wenn mit den eben genannten Drohnen bereits sehr ordentliche Aufnahmen gelingen, kann man mit einem noch etwas tieferen Griff in den Geldbeutel noch etwas bessere Drohnen erstehen.

In den letzten Jahren haben sich vor allem drei große Hersteller hochklassiger Drohnen für den Privatbereich von der Konkurrenz abgesetzt. Unangefochtener Marktführer ist dabei aktuell der chinesische Konzern DJI, der mit Modellen wie der Phantom 4, der Mavic Pro, Mavic 2 Pro und Zoom sowie der Mavic Air, Air 2, Mavic Mini und Mini 2 den Markt für hochwertige Drohnen beherrscht.

Die Qualität der Aufnahmen, die Einfachheit der Bedienung sowie der Service sind auf höchstem Niveau. Dies hat allerdings auch seinen Preis. Sind die beiden Modelle DJI Mavic Mini und der Nachfolger, die DJI Mini 2 noch für knapp 500 Euro erhältlich, muss man für alle anderen Quadrocopter bedeutend mehr Geld auf den Tisch legen. Vor allem die DJI Mavic 2 Pro kostet aktuell noch etwa 1500 Euro – dafür erhält man aber auch eine fliegende Kamera, die selbst professionellen Ansprüchen genügt.

Ein weiterer Premium-Hersteller ist das Unternehmen YUNEEC, das vor allem durch seine Typhoon-reihe bekannt geworden ist. Im Gegensatz zu allen bisher erwähnten Drohnen handelt es sich bei den Modellen der Typhoon-Serie nicht um Quadro-, sondern um Hexacopter. Diese sechsarmigen Drohnen bieten ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit, da sie selbst beim Ausfall eines Motors noch sicher weiterfliegen bzw. landen können. Auch die allgemeine Flugstabilität sowie die Tragkraft profitiert von den zwei Extra-Rotoren. Für ebenfalls ca. 1500 Euro können Sie sich als stolzer Besitzer eines Yuneec Typhoon H Plus fühlen und professionelle Videoaufnahmen erstellen.

Zu guter Letzt muss auf jeden Fall noch der französische Hersteller Parrot erwähnt werden. Ursprünglich durch seine Bebop Drone 2 bekannt geworden, bietet das Unternehmen aktuell mit der Parrot Anafi eine echte Alternative zu DJI-Drohnen. Für deutlich weniger Geld erhalten Sie hier eine ausgereifte Drohne mit allerlei Extras. Die Anafi besitzt zudem die Möglichkeit, die Kamera vertikal nicht nur nach unten, sondern auch etwas nach oben schwenken zu können. Dies erlaubt Perspektiven, die mit anderen Drohnen nicht möglich sind.

Die Qual der Wahl

Sie sehen, auch wenn man die Auswahl an Drohnen durch einen Vergleich verschiedener Modelle etwas einschränken kann, bleiben immer noch genügend Optionen, um sich bei der Auswahl der passenden Drohne schwer zu tun. Für noch mehr Informationen besuchen Sie einfach die jeweiligen Herstellerseiten oder informieren sich auf anderen Drohnen-Vergleichs-Portalen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und viel Spaß mit diesem spannenden Hobby!